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10:37 Fäld: ambrii

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Claudi, nein keine Angst, ich habe mich nicht nach Ambri verlaufen.
Und Lothi, ich versuche gar nicht erst weiter Walliser-Tiitsch z’redu.
Ganz einfach, heute geht es mit uns bergab, von der Binntalhütte nach Fiesch.

Der Wetterbericht hatte vor Tagen Sonne versprochen, so melde ich mich heute bei Reto und dem Baselbieter (oder Deutschjurassischen?) Hüttenwarteteam zuversichtlich in kurzen Hosen, T-shirt und mit Sonnencrème eingeschmiert zum Morgenappell. Ein heisser Kaffee wärmt mich nach der ersten meteorologischen Enttäuschung auf. Aber ich will ja nicht schon wieder dass Wetter  ins Zentrum stellen… schon gar nicht im mit 300 (Walliser Selbstdeklaration) Sonnentagen sonnenreichsten Kanton der Schweiz.

Zurück zum Binntal. Meine Mutter hat gemeint, der Sonnenmorgen auf der Binntalhütte sei etwas vom schönsten gewesen, was sie auf ihren vielen Wanderungen erlebt habe. Auch ich geniesse den ruhigen und stillen Morgen mit Blick bis zum Bietschhorn … und zu Reto, welcher vor der Hütte mit seiner Schlafsackhülle kämpft. Und wer Reto kennt: … und diese schliesslich entnervt aber mit viel Emotionen (und einem Lachen) quer über die Wiese schleudert. Kleine Höhepunkte auf meiner Wanderung. 🙂 Danke Reto, dass du mich 3 Tage bei Sonne, Schnee und Regen, über Pässe und Alpen begleitet hast … und dafür auch Dreietagenkajütenbetten erduldet hast.

Wie das Val Bedretto, der Panoramaweg über den Gäbris oder das hintere Maderanertal, so lädt auch das Binntal frisch herausgeputzt mit schmucken Walliser-Weilern und herzlich-freundlichen Menschen zu einem zweiten Besuch ein.

Im “Bärgkristall” in Fäld machsn wir einen ersten Kaffeestop – für etwas Selbstgebackenes von Christine sind wir aber noch eine Stunde zu früh. Und selbst die verlockende Aussicht auf ein Cordon Bleu lässt uns hier nicht bis zum Mittag warten: Reto musste um 4 in Fiesch auf den Zug.

Zum Mittags-Boxenstop machen wir schliesslich in Binn halt, nicht im wunderschön renovierten Hotel Ofenhorn, sondern daneben im Restaurant zur Briggen. Geissenpfeffer und Geissenburger sind auch für Reto ein guter und authentischer CB-Ersatz … en guete!

PS: Lothi, die Category Lötschental wird daheim noch in Oberwallis ungetauft …

Kulinarischer Nachtrag

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Schweizdiagonal führt ja nicht nur durch x Kantone und über y Pässe sondern auch zu z Küchen und Köchen.

Während ich vor zehn Tagen in der gleichen Hütte an zwei Abenden das gleiche vorgesetzt bekommen habe, bin ich bis jetzt sehr gut davon gekommen.

Der absolute Höhepunkt und auch eine einzelne Tour wert ist die Küche von Doris und Ruedi auf Ober Erbs oberhalb von Elm:

Eine formidable Gemüsesuppe aus dem eigenen Garten, dann Fenchel-Tomaten-Mozarella-Salat mit frischen Kräutern. Zur ausgezeichneten Wurst vom Grill gabs eine knackige, frische Rösti, Dörrbohnen vom feinsten und schön scharfes Ratatouille. Zum Desser eingelegte Birnen mit Zimt-Vanille-Glace, mmmmh. Man zähle: 4 Gänge,in Halbpension.

PS: die Hütte ist neu auch im Winter offen, Skitourschlemmer-Wochenende …