Tag Archives: Appenzell

10:37 Kronberg: nass

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ein grosses Hoch auf die Erfinder von Goretex … aber auch die “Kleinen” verdienen ein grosses Hoch. Sie scheinen den Plausch zu haben mit Götti im Regen zu wandern. Und diesem gefällt der mystisch-verhangene Säntis, das gedämpfte Bingbing der Kuhglocken und irgenwo im Nebel das Bellen eines Sennenhundes.

Heute wird mich diese Stimmung noch eein paar Stunden durch den Regen nach Stein begleiten.

Nacktwandern

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..aha, du liest einen Blog mit Titel Nacktwandern. Menschliche Neugier. Ich muss dich enttäuschen, wir haben heute keine FKK Wanderer gesehen.

Aber Rafael – er hat mich heute zusammen mit Manuela begleitet – hat auf sein Facebook-Foto zum Thema umgehend Rückmeldung erhalten. Und auch Du liest diese Zeilen noch immer weiter. Das Nichtthema ist halt doch ein Thema.

Ulrich Hegner schrieb um 1800: “Die Schweizer tun überhaupt wenig […] für den Geschmackt; sie meinen, man solle sich mit der grossen Natur begnügen, die sei schön genug.”

10:37 Äbisegg / Appenzell: blau

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Das Appenzellerland wie aus dem Ferienpropspekz: blauer Himmel, die Wiesen und Weiden mit Golfplatzschnitt, die verstreuten Häuser herausgeputzt und aufgeräumt, selbst die Kühe scheinen frisch geduscht.

Kein Zaunpfosten steht schief, kein Fensterladen lässt Farbe blättern und die Feldwege wirken frisch gefegt. Ein Schweizerland vom reinsten.

Zwei Tage Appenzell, einmal grau einmal blau, der erste Eindruck hält, dem zweiten nicht Stand … nur morgen gewinnt wohl Petrus’ dunkle Seite wieder Überhand.

Trogen

Etappenziel. Ich bin im “Hörnli” gut aufgehoben. Der einzige Gast, ja gar ganz allein, der Wirt ist in den Ferien. Einen Appenzellerteller, ein Bier und auch das Frühstück ist schon gerichtet. Mir soll’s recht sein.

Herausgeputzt präsentiert sich Trogen. Ein bisschen Freilichtmuseum. Im Kulturdorf Trogen sei’s “schwierig mit all den Künstlern, Linken und Grünen”, sagt man mir hintrr vorgehaltner Hand. Höre ich hier Ulrich Hegner um 1800 über die Appenzeller sagen: “alles Alte ist ihnen recht, und, was neu ist, verdächtig und verhasst”? Nein, wohl eher  umgekehrt: das Neue will erhalten, verhindert alles weitere Neue. Jeder Wandel werde verhindert, keine neuen Ideen seien neben dem “Wahn der Künstler und Alternativen, alte Substanz zu erhalten” mehr möglich. Selbst Wohnraum für Familien gäbe es darum kaum mehr in Trogen, junge ziehen weg. Verkehrte Welt.

Und darum sei auch die Wiedereinführung der Landsgemeinde jüngst chancenlos gewesen. Das sei Vergangenheit … .

Morgen gehts nach Gais und Appenzell, mehr Appenzellerland. Und dann auf den Kronberg…. mit dem Muskelkater von letzter Woche …

falsche Richtung …

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… oder zurück zum Anfang: mit dem Zug nach Norden. Im Voralpenexpress. Früher war er eine sie, die SOB. Noch immer trödelt er aber durch die grünen Hügel. Vorher rechts Speer und Säntis, jetzt, nach dem Tunnel, hängen Nebelfetzen im Toggenburg. Im Zug Kindergeschrei und 20 Jahre alte Luft. Toggenburg und Appenzell, morgen komme ich wieder, dann zu Fuss, südwärts. Ich freue mich auf die Ruhe und frische Luft …