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10:37 La Lui: Pas de Pluie

Vor den Fenstern kleine Eiszapfen, die Teiche in den Karsthölen sind gefroren – über uns aber nichts als blauer Himmel. Was für ein Morgen!

Auch die Steinböcke, Gämsen und sogar ein Hase blinzeln noch dem Regentag von gestern noch etwas ungläubig in die frühe Morgensonne – wir scheinen sie jedenfalls kaum zu stören.

Schnell sind wir querfelsein über das Karstfeld von Tsanfleuron und an der Felsstufe ins Tal nach Derborance. Die 250 Höhenmeter sind mit Leitern und Seilen gut gesichert. Trotzdem, auf den Fotos wird es wieder aussehen, als ginge ich mit Tina wieder ans berggängerische Limit. Dabei ist auch dies lediglich ein weiss-rot-weisser Wanderweg. Ob Sepp wohl seine Tochter wieder einmal auf eine Wandertour mit mir lässt? 😉

Thomas wiederum hat die Hänge fachmännisch abgechecked: wir sind uns einig, das sind wunderbare Skitourenhänge, schön steil und lang. Die Stufe liesse sich abseilen – bleibt nur noch die Frage, ob man von Derborance direkt ins Rhonetal kommt oder via Gegenaufstieg nach Villars sur Ollon abfahren muss …

Schnell sind wir in La Lui, ein Blick auf die Karte und schnelle Einigkeit: wir lassen in Godey den Znüni und für Tina und Thomas den Bus ins Tal aus und planen stattdessen ein Mittagessen im Refuge du Lac in Derborance. Was wür ein herrlicher (Wander-) Tag!!

Nachtrag: jetzt sitze ich mit Block und Bleistift in Solalex. Tina und Thomas sind eben hier auf den Bus, ich habe ein Bett im ausgebauten Dachstock und hinter mir trällert das Radio Central (warum auch immer Radio Central) touristengerecht Volksmusik aus aller Welt: Nelle auf italienisch, die Kastelruther Spatzen auf Deutsch und dazwischen sogar eine elvisähnliche Seefahrerstimme “my bonnie is over the ocean”. Nach einem langen Wandertag erträgt man einfach vieles … 😉

Und ja, mein Hero ist nicht auferstanden. Diese Blogs lest ihr wohl erst mit 4-5 Tagen Verspätung, am Mittwoch oder Donnerstag werde ich wohl in Montreux eintreffen. Für Notfälle hat mir aber Thomas sein iphone überlassen. Ich hoffe, ich werde es nicht brauchen müssen.