
Vom Albrunpass ist die Binntalhütte schon nach wenigen Schritten zu sehen, nach 20min legen wir die Rucksäcke vor der Hütte ab.
Die Hütte, von aussen wie viele andere, ist doch speziell. Keine Hüttenfinkenschleuse beim Eingang, keine Merkzettel mit den 10 Hüttengeboten … ja, einfach nicht ganz so durchorganisiert. Hier scheint kein Hüttenfeldweibel zu kommandieren.
Tatsächlich, in der Hütte des SAC Delemont amtet und waltet in diesen Tagen ein Quartett höchst gut gelaunter Pensionäre. Für vierzehn Tage geben sie hier oben den Takt an, bevor dann die nächste Ablösung übernimmt.
“Jeder Koch oder jede Gruppe ist für den Einkaufsplan selbst verantwortlich” meint der eine gutgelaunte Koch. Einzig der Weinvorrat sei gemeinschaftlich unterhalten – es laherten immer gegen 1500 Flaschen im Keller …
Zur Waadtländer Saussicon vom Nachnittag gesellt sich am Abend eine Bratwurst. Die Suppe ist die gleiche geblieben. Rösti stammt aus dem Päckchen, pro Person mindestens ein ganzer Beutel. Das Dessert schliesslich ist das gleiche wie Tags zuvor ennet der Grenze, von den hiesigen Hobbyköchen jedoch auf Wunsch reichlich mit Kirsch gestreckt.
Die Truppe, drei Männer und eine Frau, scheinen die Zeit auf der Hütte zu geniessen. Ob sie sich 50 Wochen im Jahr auf diese 14 Tage freuen?
Zum Nachtessen werden die 4 Nationentische an zwei Tischen gemischt. Schnell ist die Brücke zu den Holländischen Pensionären (sie Spielpädagogin, er Künstler) geschlagen, die Deutschen und Amerikaner tun sich etwas schwerer …. vielleicht ist ihnen das völkerverbindende Spiel nach dem Essen auch ganz einfach zu banal: Meieren. Und nachdem Reto und ich den Jenga-Rekord buchstäblich in die Höhe getrieben haben, versucht er sich nivaleausteigernd immerhin im Schach.
Aber auch um die Hütte kommt man sich über den Magen näher: ich habe mir eingebildet, auf der Murmeli-Fotojagd speziell gerissen zu sein. So nahe war ich noch selten an den Pelzwanstem dran … bis ich merke, dass sie sich ganz einfach hinter der Hütte an den Essensresten gütlich tun …
Für den Schmunzler des Abendsbsorgen dann aber das engkish sprechende Paar: er wäscht seiner Freundin im improvisierten Coiffeurstudio die Haare … gemäss Retostammt das Wort auch von “quois faire?” …. zumindest beim gleichnamigen Jass.
PS: das Foto stammt noch aus der Cadlimo – Tina undich haben dort jassend den Ton angegeben …